Geschichte und Vorkommen

Der Granatapfel (Punica granatum) stammt wahrscheinlich ursprünglich aus Persien und wird seit dem Altertum im Mittelmeerraum kultiviert. In der griechischen Mythologie war er als Symbol der Fruchtbarkeit den Göttinnen Demeter, Persephone, Aphrodite und Athene geweiht. Es war auch ein Granatapfel, den der Trojaner Paris der schönen Helena überreichte und damit einen jahrzehntelangen Krieg auslöste. In Rom galt er in der Hand der Göttin Juno als Symbol der Ehe. Vermutlich handelte es sich in der biblischen Schöpfungsgeschichte bei der Frucht des Baumes der Erkenntnis ebenfalls um einen Granatapfel. Später symbolisierte er in der christlichen Kultur die Fruchtbarkeit Marias, der Mutter Jesus. Ab dem Mittelalter wurde er als Reichsapfel zum Sinnbild der Herrschertugend. Auch das bekannte Zwiebelmuster des Meissener Porzellans stellt einen Granatapfel dar. In Hollywood ist der Saft in den letzten Jahren zum Kultgetränk avanciert. Der „Pomtini“, ein Granatapfel-Martini, war offizieller Begrüßungscocktail bei der Oscarverleihung 2006.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Der Granatapfel enthält Kalium, Calcium, Eisen und Vitamin C. Besonders hervorzuheben ist sein hoher Gehalt an Ellagsäure, einem sekundären Pflanzenstoff, der das Immunsystem unterstützt. Diverse wissenschaftliche Untersuchungen belegen die gesundheitliche Wirkung des Granatapfels. Danach bekämpft sein Saft Herz-Kreislauf-Erkrankungen, senkt den Blutdruck, lindert Entzündungen und Gelenkbeschwerden (insbesondere bei Arthritis), wirkt Haut-, Brust- und Prostatakrebs, Magengeschwüren, erektiler Dysfunktion sowie dem Alterungsprozess entgegen, erhöht die Potenz und Fruchtbarkeit. Die Zeitschrift „Medical Tribune“ fasste sein Wirkungsspektrum letztes Jahr in der Headline „Granatapfel schützt Herz und Penis“ zusammen.

Allgemeine Hinweise

Granatäpfel gehören zur Familie der Granatapfelgewächse (Punicaceae) und gedeihen auf kleineren, 6 – 10 m hohen, immergrünen, strauchartigen Bäumen, die bis zu 200 Jahre alt werden können. Die Frucht, die in Wirklichkeit eine Scheinfrucht ist, hat einen Durchmesser von bis zu ca. 8 cm und ist durchzogen von vielen Wänden. Dadurch entstehen Kammern, in denen sich zahllose bis zu 3 mm große kantige Samen befinden, die von geleeartigem, saftigem, tiefrotem bis blassrosa Fruchtfleisch umgeben sind. Diese kann man entweder mit den Fingern oder mit der Hilfe eines Löffels gut herauslösen, sogleich verzehren oder Süßspeisen und Eis damit dekorieren.
Granatäpfel reifen nicht nach, d.h. sie müssen reif geerntet werden. Reife Früchte erkennt man an einem metallischen Klang, überreife brechen sehr leicht auf. Granatäpfel sind lange haltbar, sogar mehrere Wochen bei 0–5°C im Kühlschrank. Die ledrige Außenhaut kann dabei etwas einschrumpeln, hält das Innere aber saftig frisch.