Arten, Extrakt, Synonyme

Beta-Glucane

Geschichte und Vorkommen

Bei den Beta-Glucanen handelt es sich um langkettige Zuckermoleküle, sogenannte Polysaccharide, die als Immunmodulatoren dienen können. Ein Polysaccharid besteht aus einer Hauptkette mit verbundenen Glucoseeinheiten mit einem niedrigen Gehalt an inter- und intramolekularen Verzweigungen. Im Allgemeinen gelten sie allerdings als schlechte Immunmodulatoren. Es gibt jedoch Verzweigungen der Beta-(1,3)-Kette, die aus einzelnen oder Ketten von Glucoseeinheiten bestehen. Glucane mit solchen spezifischen Verzweigungen gehören zu der Gruppe, die das Immunsystem aktivieren können ((1,3)-(1,6)-Beta-D-Glucane). Beta-Glucane sind daher in der Lage ohne Nebenwirkungen unser Autoimmunsystem zu stimulieren. Zu finden sind sie in Getreide (u.a. Hafer, Gerste), Hefen und in asiatischen Pilzen, wie dem Shitake oder Maitake.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Beta-Glucane, die zu den löslichen Ballaststoffen gehören, haben eine große Bedeutung für unsere Gesundheit. Durch die Aktivierung eines bestimmten Typs von weißen Blutzellen, den Makrophagen, stärkt es das Immunsystem, was für die Gesunderhaltung des Organismus von besonderer Bedeutung ist. Makrophagen sind spezialisierte Immunzellen, die als erster in Kontakt mit körperfremden Zellen, wie Viren oder Bakterien treten. Sie erkennen diese, schließen sie ein und zerstören sie anschließend. Sobald ein Fremdstoff den Körper angreift, erfolgt die Aktivierung der Makrophagen und die Auslösung einer Kettenreaktion, die das gesamte Immunsystem mobilisiert und verstärkt. Sie spielen daher eine lebenswichtige Rolle bei der Einleitung und Aufrechterhaltung der Immunreaktion. Der Mechanismus für die Ausübung dieser nützlichen Effekte, besteht in einer Wechselwirkung mit spezifischen, auf den Makrophagen befindlichen Glucan-Rezeptoren, mit denen sich die Beta-Glucane binden und so Phagozyten aktiveren. Auf diese Art aktivierte Makrophagen setzen Botenstoffe (z.B. Zytokine) frei und umschließen Fremdorganismen und Toxine, die sonst zu Krankheiten führen würden. Auch bei Tumorpatienten können Beta-Glucane im Zuge einer Zytostatiktherapie vor Infektionen schützen. Das postoperative Risiko sekundärer Infektionen kann durch Beta-Glucane ebenfalls erheblich gesenkt werden. Zudem gilt Beta-Glucan als wirkungsvolles Antioxidans und Fänger Freier Radikale. Es senkt signifikant den Gesamt- und LDL-Blutcholesterinspiegel, ohne den positiven HDL-Spiegel zu verändern, wodurch es das Auftreten von Herzkrankheiten reduzieren kann. In hoher Reinheit und korrekt extrahiert beugt es auch Diabetes und Insulitis vor. Die regelmäßige Einnahme von Beta-Glucanen trägt zum Erhalt der normalen Blut-Cholesterin-Konzentration bei. Im Rahmen einer Prävention ist die Einnahme für Personen mit einer geschwächten Immunabwehr daher zu empfehlen. Besonders in den Wintermonaten ist die Anwendung sinnvoll, um Erkältungs- und Grippekrankheiten zu vermeiden. Außerdem nützt es vor allem Menschen mit besonderer Belastung, wie Senioren (Abnahme der Körperfunktionen), Schülern (Krankheitserreger in der Umgebung), Sportlern (körperliche Belastungen) oder Stress. Die empfohlene Tagesdosis gibt die Literatur mit 400 mg an.

Allgemeine Hinweise

Beta-Glucane ermöglichen nur im natürlichen Zustand eine optimale Immunreaktion. Hinzu kommt, dass die cholesterolsenkenden Eigenschaften mit zunehmendem Verarbeitungsgrad sinken. In Brot oder Backwaren verarbeitet, erzielten Studien schwankende Ergebnisse. Entscheidend für die Wirksamkeit ist also auch die Möglichkeit des Verdauungsapparates das Beta-Glucan zu resorbieren. Generell ist nicht denaturiertes Beta-Glucan aus natürlicher Hefe am besten. Durch die schonende Herstellung wird es zur optimalen Unterstützung des Immunschutzes.