Geschichte und Vorkommen

Der Begriff Gelée Royale kommt aus dem Französischen und bedeutet „königliches Gelee“. Dabei handelt es sich um den weißlich schimmernden, gallertartigen Futtersaft für die Larven der Bienenköniginnen. Andere Namen sind Weiselfuttersaft und Brut- oder Muttermilch der Königinnen. Die nahrhaften, stärkenden und heilenden Eigenschaften von Gelée Royale werden von den Menschen schon seit tausenden von Jahren geschätzt. Die Wirkungen der königlichen Nahrung waren laut Überlieferungen im alten Ägypten wie im alten China, in der griechischen Antike wie im Römischen Reich bekannt. Um mehr als nur für eine Bienenkönigin Gelée Royale zu erzeugen, nimmt der Imker dem Bienenvolk die Königin weg. Dafür hängt er künstliche Königinnenlarven in den Stock, die von den Ammenbienen für die abwesende Königin gehalten werden. Echt oder nicht, sie werden in jedem Fall ausschließlich mit Gelée Royale gefüttert. Nach dem Entfernen der Scheinlarven kann der Imker das Gelée Royale mit einer speziellen Pumpe absaugen. Bei 200-300 mg pro Zelle ein mühsames Geschäft, das ihm pro Sommer und Bienenvolk höchstens 500 g Gelée Royale beschert. Im Handel ist das legendäre Produkt als Trinkampulle oder gefriergetrocknet als Pulver erhältlich.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Gelée Royale besteht zwar zu zwei Dritteln aus Wasser, dafür strotzt das restliche Drittel vor gesunden Vitalstoffen. Es ist reich an Vitaminen der B-Gruppe, die für die Regenerierung der Haut wichtig sind, an Folsäure, Biotin sowie fast allen wichtigen Mineralstoffen und Spurenelementen. Trotz des eher säuerlichen Geschmacks sind Zucker wie Fructose, Glukose, und Saccharose Bestandteil des Bienensekrets. Ebenfalls enthalten sind Eiweiß, ungesättigte Fettsäuren, Aminosäuren und Enzyme.
Gelée Royale hat den Ruf, die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit stärken, die Regeneration des Körpers fördern und ewige Jugend zu schenken. Auch aphrodisierende Wirkungen werden dem weißlichen Saft nachgesagt.

Allgemeine Hinweise von Gelée Royale

Obwohl Gelée Royale vor allem das Futter der Bienenköniginnen ist, kommen in den ersten drei Lebenstagen alle Bienenlarven in seinen Genuss. Dadurch wachsen sie sehr schnell und legen mehr als ihr einhundertfaches an Gewicht zu. Doch dann ist Schluss, und sie müssen mit Honig und Pollen vorlieb nehmen. Nur die Königinnen werden ihr Leben lang mit Gelée Royale gefüttert. Durch diese energiereiche Vorzugsnahrung ist die Königin viel größer als die anderen und als einzige fortpflanzungsfähig. In den bis zu sechs Jahren, in denen sie lebt, kann sie bis zu 2000 Eier am Tag legen. Einfache Bienen leben nur etwa vier Monate. Gut schmeckt Gelée Royale trotzdem nicht, leicht sauer und scharf mit stechendem Geruch. Gemischt mit einem Löffel Honig lässt es sich leichter einnehmen. Wichtig: nicht sofort schlucken, sondern langsam im Mund zergehen lassen, damit wertvolle Inhaltsstoffe schon über die Schleimhäute im Mund aufgenommen werden können. Allergiker sollten mit Gelée Royale vorsichtig umgehen, da es ein hohes allergisches Potential besitzt. Im Kühlschrank lässt es sich bei einer Temperatur unter 14 °C lagern oder einfrieren.