Beschreibung, Geschichte und Vorkommen

Beim Fenchel handelt es sich um eine mehrjährige Staude mit kleinen, gelben Blüten, aus denen kümmelartige, trockene Spaltfrüchte hervorgehen. Sein lateinischer Name Foeniculum vulgare bedeutet übersetzt „Heu“. Die typische Mittelmeerpflanze ist von Südeuropa bis Westasien heimisch und wird heutzutage weltweit angebaut. In China, sowie im griechischen und römischen Reich fand sie schon im Altertum eine breite Verwendung. In Mesopotamien nutzte man den Fenchel bereits um circa 3.000 v. Chr. als Gewürz. Unterschieden werden diverse Unterarten, vor allem die deutsche Sorte, die römische, die kretische und die rumänische. Der Fenchel benötigt lange, trockene Spätsommer und wächst in allen Regionen mit gemäßigtem Klima. Die Ernte erfolgt von September bis Oktober.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Im Allgemeinen hat der Fenchel drei Nutzungsweisen: als Gemüse, als Gewürz und als Heilmittel. Verwendet werden dabei die Blätter, die Blattstile, die fleischigen Blattscheiden und die kleinen, trockenen Früchte des Fenchels. Die Fenchelblätter sind reich an Mineralstoffen (vor allem Kalium) und an den Vitaminen A, B, C und E. Insgesamt enthält der Fenchel mehr Vitamin E als alle anderen Gemüsesorten und hat einen doppelt so hohen Vitamin-C-Gehalt wie eine Orange. Zusätzlich beinhaltet er Flavonoide, Proteine und freie Aminosäuren. Seine Inhaltsstoffe haben nervenstärkende, entschlackende, hautstraffende und harntreibende Wirkungen. Bei der Verwendung unterscheidet man zwischen Bitterfenchelfrüchten (vulgare) und Süßfenchelfrüchten (dulce), wobei die Zusammensetzung ihrer Inhaltsstoffe variiert. Der Süßfenchel ist deutlich ölärmer als die bittere Variante und enthält weniger Fenchon, das für den bitteren Geschmack verantwortlich ist. Sein Anethol-Anteil (ätherisches Öl) beträgt zwischen 80 bis 95%. Für medizinische Zwecke wird in der Regel der Bitterfenchel genutzt. Hierzu dienen Beruhigungs- und Hustentees aus Fenchelsamen, Fenchelhonig und Fenchel als destilliertes Öl in Hustenmedizin, Bonbons und bei Magen- und Darmverstimmungen. Fenchelöl besitzt eine beruhigende, schleimlösende Wirkung und wirkt wohltuend für den Verdauungstrakt. Ein Aufguss von Fenchelsamen lindert Blähungen, wirkt appetitanregend, harntreibend, entzündungshemmend und fördert die Milchbildung bei stillenden Müttern. In der Küche dienen die Früchte als Gewürz für Suppen, Soßen, Eintöpfe, Kuchen und Brot. Die ölhaltigen Blätter würzen Salate oder Fischgerichte, ähnlich wie Dill. Fenchelöl wird zudem zur Aromatisierung für Liköre genutzt. Den Gemüsefenchel kann man sowohl roh, als auch gekocht als Beilage verzehren.

Allgemeine Hinweise

Der Fenchel besitzt nicht nur eine Fülle an gesunden und wohltuenden Eigenschaften, sondern auch einen niedrigen Brennwert von 26 kcal pro 100 Gramm. Karl der Große ließ ihn sogar in das Verzeichnis der wichtigsten Kulturpflanzen aufnehmen.