Geschichte und Vorkommen

Andere Erdbeersorten waren schon in der Antike bekannt, von Vergil, Ovid und Plinius wurden sie „frega“ oder „fregum“ genannt. Im Mittelalter gab es dann große Flächen, auf denen die kleine Walderdbeere (Fragaria vesca) kultiviert wurde. Ihren deutschen Namen bekam die Pflanze, weil sie Früchte in der Nähe des Bodens trägt.
Heute werden Erdbeeren in nahezu allen Ländern der Erde angebaut. Interessant ist, dass es sich botanisch gesehen bei der Erdbeere um eine Scheinfrucht handelt, denn sie ist „nur“ der verdickte Blütenboden der Pflanze, auf dem sich die gelben Samenkernchen befinden. Obwohl die Pflanzen mehrjährig sind, werden sie nur ein- oder zweijährig angebaut. Der Grund: weniger Krankheiten und Schädlinge, aber auch höhere Erträge. Es gibt frühe und mittlere und späte Sorten, wobei das Aroma der letzten Sorten oft am besten ist. Königin der Beerenfrüchte wird die aromatische Erdbeere (Fragaria) auch genannt. Dabei ist die Erdbeere, wie wir sie heute kennen, erst im 18. Jahrhundert in Frankreich aus einer eher zufälligen Kreuzung entstanden. Die kleine amerikanische Scharlach-Erdbeere und die weit größere Chile-Erdbeere, beide aus der Neuen Welt, standen Pate für das rote Früchtchen. Aus ihnen entstand die große Gartenerdbeere (Fragaria ananassa), von der heute mindestens 1000 verschiedene Sorten existieren.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Erdbeeren sind reicher an Vitamin C als Orangen, enthalten aber auch Provitamin A, sowie die Vitamine der B-Gruppe B1 und B2. Weitere Inhaltsstoffe sind Natrium, Kalium, Calcium und Phosphor, sowie viel Eisen und Folsäure – von alters her werden sie daher gegen Blutarmut eingesetzt. Der hohe Calciumgehalt schützt die Knochen vor Osteoporose, Kalium und Magnesium schützen das Herz. Die in Erdbeeren enthaltenen Phenolsäuren wirken krebsvorbeugend. Zudem enthalten Erdbeeren Salizylsäure, eine Substanz, die hochkonzentriert in Schmerzmitteln die Beschwerden bei Kopfschmerzen, Gicht oder Rheuma lindert. Für manche Menschen ist der Genuss der kleinen Vitaminbomben jedoch mit unangenehmen Begleiterscheinungen verbunden: Sie bekommen einen Bläschenausschlag oder Nesselsucht – eine allergische Reaktion, die zum Glück aber meist auch schnell wieder verschwindet.

Allgemeine Hinweise

Da die heutigen Kultursorten in der Regel zwittrig sind, ist eine Bestäubung immer gesichert. Neben den nur einmal tragenden Sorten gibt es insbesondere für den Liebhaberanbau Sorten, die mehrmals tragen. Zwar sind Erdbeeren mittlerweile fast das ganze Jahr über erhältlich, jedoch sind nicht alle gleich aromatisch. Vor allem Früchte mit langen Lieferwegen aus Spanien oder noch weiter schmecken lange nicht so gut wie Erdbeeren aus der heimischen Produktion. Die beginnt etwa Ende Mai und dauert 2-3 Monate. Da Erdbeeren sehr schnell nachreifen und leicht verderblich sind, sollten sie so rasch wie möglich verbraucht werden. Im Kühlschrank halten sie sich allerhöchstens zwei Tage.