Geschichte und Vorkommen

Dill, auch gerne als Gurkenkraut bezeichnet, ist die einzige Pflanze der Gattung Anethum und gehört zur Familie der Doldenblütler. Die Pflanze hat eine lange Geschichte. Im Alpenraum wurde sie bereits um 3600 v.Chr. als Gewürz verwendet, bereits im alten Ägypten als Kulturpflanze angebaut und dort als Heil- und Gewürzpflanze geschätzt, auch im antiken Griechenland und Rom verwendete man Dill in der Küche. Auch heute gehört er noch zu den beliebtesten Gewürzpflanzen – aber auch in der Naturheilkunde findet das Kraut und der Dillfrüchte Verwendung. Die Blätter können von Juni bis Juli, die Früchte von August bis September geerntet werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Auch wenn das Kraut mit seinem angenehmen, leicht süßlichen Geschmack Mineralstoffe wie Calcium, Kalium und Natrium enthält. Entscheidend für die Nutzung von Dillpflanze und -früchten als Gewürz und Heilmittel ist der Gehalt an ätherischen Ölen: In den Blättern beträgt ihr Anteil zwischen zwei und vier Prozent, in den Früchten bei etwa acht Prozent. Die Hauptkomponenten im Öl der Früchte sind Carvon und Limonen. Im Öl der Blätter findet man zusätzlich noch Phellandren und andere Monoterpene. Weitere Wirkstoffe sind Cumarine und Kaffeesäure-Derivate.
Als Heilpflanze kommt der Dill als Tee vor allem bei Verdauungsbeschwerden, Magenbeschwerden und -krämpfen sowie bei Blähungen zum Einsatz. Wegen seiner milden Wirkung kann er sogar Babys gegeben werden.
Stillenden Müttern wird Dill als Zutat in „Stilltees“ empfohlen, weil er milchbildend wirken soll.
Bei Appetitlosigkeit kann Dilltee vor dem Essen bzw. Dill als Gewürz in den Mahlzeiten einen mangelnden Appetit anregen.
Auch äußerlich angewendet kann Dill positive Wirkungen zeigen: Beispielsweise als Teekompresse bei Prellungen und Hämatomen oder als Sitzbad bei Magen- und Menstruationskrämpfen.

Allgemeine Hinweise zu Dill

Dill wird, wie der Name schon sagt, gerne gemeinsam mit Gurken verwendet – sei es um Einlegegurken zu würzen, einem frischen Gurkensalat oder einer Gurkengazpacho Pfiff zu verleihen. Dill passt auch sehr gut zu Fisch. Ein Klassiker ist Graved Lachs, frischer Lachs, der mit Dill, Salz, Zucker und Pfeffer gebeizt wird. Nicht nur in Österreich schätzt man Dillkartoffeln. Dill ist eine einjährige Pflanze und lässt sich sehr gut im Garten, auf dem Balkon oder auf der Fensterbank ziehen.