Geschichte und Vorkommen

Datteln bringen Glück und Wohlstand, sagt man im Orient, und steckt sie frisch vermählten Paaren zu. Auch der erste Happen, den die Menschen nach Sonnenuntergang im Ramadan zu sich nehmen und der den Magen auf den Ansturm von Speisen vorbereiten soll, ist eine Dattel. Andererseits sagt man geizigen Gastgebern nach, sie würden vor dem Mahl kandierte Datteln servieren, damit die Gäste anschließend nicht mehr so viel essen könnten… In jedem Fall hat die Dattel seit tausenden von Jahren ihren festen Platz in der orientalischen Küche.
Heimisch ist die Dattelpalme im Persischen Golf. Heute kultivieren Menschen die Pflanze im Gebiet von Nordafrika bis Pakistan. Mengenmäßig ganz vorn liegen in der Produktion Ägypten, Iran und Saudi-Arabien. Ware, die es in Deutschland zu kaufen gibt, stammt überwiegend aus Tunesien. Die Dattelpalme aus der Familie der Palmengewächse mag es gerne warm und sonnig, braucht aber vor allem im Sommer viel Wasser. Angebaut werden die Bäume in Palmengärten. Sie werden bis zu 30 Meter hoch. Nach einer Fruchtreife von fünf bis sechs Monaten erscheinen die einsamigen Früchte, die botanisch zu den Beeren gehören. Sie stehen in traubigen Fruchtständen. Dattelbeeren sind länglich-oval geformt und werden bis zu sieben Zentimeter lang. Reife Beeren erkennt man an der hell- bis dunkelbraunen, manchmal auch goldgelben oder leuchtend roten Färbung. Sie besitzen ein sehr süßes, eher trockenes Fruchtfleisch. Es sättigt gut und schmeckt honigsüß. Im Inneren sitzt ein harter, walzenförmiger Samenkern. Von außen schützt eine ledrige Schale. Ein Baum kann bis zu 100 Kilogramm Früchte liefern, trägt aber nur alle zwei Jahre. Es gibt einige hundert verschiedene Sorten.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Eine Dattel besteht zu 70 bis 80 Prozent aus Zucker – und das soll gesund sein? Ja, denn bei dem Zucker handelt es sich um Glucose und Fruktose, und die lassen den Blutzuckerspiegel nur langsam ansteigen, sind dafür aber leicht verdaulich. Trotz des hohen Zuckeranteils sind Datteln keine Dickmacher. Sie enthalten deutlich weniger Kalorien (300 Kcal pro 100g) als Süßigkeiten, sind dafür aber wesentlich gesünder. Die Kohlenhydrate fördern die Konzentration und sorgen für geistige Frische. Daher können Datteln Kopfarbeiter wie Menschen mit Bürotätigkeiten, Schüler und Studenten bei geistiger Arbeit unterstützen.
Außerdem enthalten die Steinfrüchte aus dem Morgenland viele Ballaststoffe, Mineralstoffe wie Kalium, Calcium und Magnesium sowie B-Vitamine, jedoch kaum Fett. Mit 650mg Kalium pro 100g gehören Datteln zu den kaliumreichsten Früchten der Welt. Ihr Gehalt ist fast doppelt so hoch wie der von Bananen. Zudem sind noch große Mengen von Eisen und Zink vorhanden. Dank dieser Inhaltsstoffe wirken Datteln basisch. Kalium ist für die Regulation des Wasserhaushaltes verantwortlich und spielt eine zentrale Rolle für das vegetative Nervensystem. Kalium kann zudem den Blutdruck senken. Und wer Probleme beim Einschlafen hat, kann es abends mal mit Datteln probieren. Der Gehalt der Aminosäure Tryptophan in der Frucht soll dafür sorgen, dass im Körper das Hormon Melatonin gebildet wird, das eine Bedeutung für den Schlaf-Wach-Rhythmus hat.

Allgemeine Hinweise

Frische Datteln gibt es bei uns von September bis Januar. Besonders beliebt sind die Früchte in der Weihnachtszeit. Zur Trocknung vorgesehene Beeren werden halbreif geerntet. Die Sonne oder künstliche Wärme entzieht ihnen das Wasser. Ebenso wie tiefgefrorene Ware sind sie das ganze Jahr über erhältlich. Frische Ware wird am besten im Kühlschrank gelagert. Sie muss innerhalb weniger Tage verzehrt werden. Getrocknete Datteln sind bis ein Jahr haltbar. Der optimale Lagerraum ist dunkel und trocken. Vorsicht ist unter anderem angesagt bei Milben- oder Schimmelbefall. Diese Früchte dürfen nicht mehr gegessen werden.