Beschreibung und Vorkommen

Coenzyme Q sind chemische Verbindungen aus Kohlenstoff-, Wasserstoff- und Sauerstoffatomen, die sich ringförmig zu einer sogenannten Chinonstruktur zusammensetzen. Da diese Substanzen in allen lebenden Zellen in der Natur vorkommen, werden sie als Ubichinone bezeichnet (lat. „ubi” bedeutet „überall”).
In der Natur sind die Coenzyme Q1 bis Q10 bekannt. Sie sind an vielen Enzymreaktionen beteiligt. Für den menschlichen Organismus ist vor allem das Coenzym Q10 relevant (Tiere und Pflanzen können auch die Coenzyme Q1 bis Q9 verwenden). Die Substanz kommt in den Zellwänden und in den Mitochondrien, den kleinen Kraftwerken der Zellen, vor. Dort ist das Coenzym an der Produktion von Energie beteiligt, indem es biochemische Reaktionen beschleunigt und hilft, ATP bereitzustellen (s. Energieproduktion in der Zelle, Seite ??). Q10 ist in allen Zellen des menschlichen Körpers vorhanden, besonders hoch ist seine Konzentration jedoch im Herz und in der Leber. Diese beiden Organe haben den höchsten Energiebedarf und die meisten Mitochondrien. Entdeckt wurde das Coenzym 1957 in den USA. Bei der Untersuchung von Mitochondrien in Rinderherzen gelang es einem Forscherteam an der Universität von Wisconsin, das Coenzym aus den Herzmuskelzellen zu isolieren. Nach der Entschlüsselung der chemischen Formel konnte es auch im menschlichen Herz nachgewiesen werden. Seine Wichtigkeit für den Menschen war damit bald erkannt.

Wirkung und Anwendung

Coenzym Q10 kurbelt die Energieproduktion in den Zellen an, macht die Zellwände geschmeidig und sichert ihre Durchlässigkeit für lebenswichtige Stoffe. Es wirkt zudem als Antioxidans, bindet freie Radikale und entgiftet den Körper. Q10 kann im menschlichen Körper selbst produziert werden und wird auch durch die Nahrung von außen zugeführt. In der Nahrung sind verschiedene Coenzyme Q enthalten. Die Coenzyme Q1-9 werden durch chemische Umwandlung in der Leber zu Coenzym Q10 umgebaut, aus der Nahrung stammendes Coenzym Q10 kann sofort verwendet werden. Etwa 3–10 mg Coenzym Q10 nehmen wir täglich über die Nahrung auf. Die wichtigsten Lieferanten sind Fisch und Fleisch, aber auch bestimmte Gemüsesorten wie Brokkoli enthalten relativ viel Q10. Wer sich ausgewogen ernährt, kann Q10 in ausreichender Menge selbst produzieren. Jedoch nimmt die Eigenproduktion des Coenzyms im Alter und auch bei Krankheit ab. So ist die Q10-Konzentration im Körper eines 40-Jährigen bereits um 30 Prozent geringer als bei einem 20-Jährigen. Dann ist es möglich, sich zusätzlich mit Q10 zu versorgen. Entsprechende Präparate werden in Apotheken angeboten. Auch die kosmetische Industrie nutzt die Substanz, um Anti-Falten-Cremes damit anzureichern.

Allgemeine Hinweise

Da es sich beim Coenzym Q10 um eine körpereigene Substanz handelt, ist der Organismus mit ihr vertraut und Nebenwirkungen treten bei normaler Dosierung nicht auf. Es werden lediglich die körpereigenen Q10-Vorräte aufgefüllt und so wird für eine optimale Q10-Versorgung gesorgt. Die Q10-Zufuhr von außen hat dabei keinen Einfluss auf die körpereigene Q10-Produktion; sie unterstützt die Herstellung, ohne sie herabzusetzen.