Geschichte und Vorkommen

Der Chili zählt zur Gattung der Nachtschattengewächse (Solanaceae) und gehört zur Familie Capiscum. Es handelt sich um schotenförmige Beeren – keine Schoten, wie sie in unserem Sprachgebrauch meist genannt werden – der Capiscumgewächse. Man unterscheidet fünf Hauptarten, die in den Farben gelb, grün, rot und violett, sowie in zahlreichen Zwischengraden, die auf verschiedene Reifegrade zurückzuführen sind, existieren. Beheimatet ist die Chile Pepper, wie man den Chili auch nennen kann, in Südamerika und der Karibik, wo sie bereits seit 9.000 Jahren wächst. Wegen seines gesundheitlichen Wertes, wurde er bereits früh von Azteken und Inkas genutzt. Da er als so wertvoll galt, diente Chili zeitweise sogar als Währung. Von Kolumbus wurde er auf seiner Reise in die neue Welt entdeckt und gelangte mit der Zeit über den Seeweg in die ganze Welt. Da man ihn anfangs für einen Verwandten des Pfeffers hielt, nannte man ihn „Indischer Pfeffer“. Heute zählt Indien sogar zu einem der größten Produzenten des Chili.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Im Chili steckt eine Fülle an gesunden Inhaltsstoffen. Er ist besonders reich an den Vitaminen A, B, B1, B2, B 12 und B6, das den Eiweißstoffwechsel in Schwung hält. Im Bezug auf ihr Gewicht, liegt in der Chile Pepper Vitamin C in dreimal so hoher Konzentration wie in Zitrusfrüchten vor. Dank dieses enormen Vitamin-C-Gehalts, dient sie daher der Abwehr von Infektionen, der Immunstärkung und dem Schutz vor Krebs.
Chili ist außerdem das einzige Gemüse mit einem nennenswerten Gehalt an Vitamin P, das zur Stabilisierung der Blutgefäße beiträgt. Zudem enthält Chili Flavonoide und komplexe Aromastoffe, die bei jeder Art anders zusammengesetzt sind und somit die Unterschiede im Geschmack entstehen lassen. In nennenswerten Mengen sind auch Calcium, Kalium, Magnesium, Phosphor und Zink enthalten. Der rote Farbstoff gehört zu den Carotinoiden und wird in der Industrie als E160 c zum Färben von Lebensmitteln verwendet. Die roten Sorten enthalten besonders viel Beta-Carotin, wodurch sie für gesunde Augen, einen natürlichen Zellschutz und für Zellaktivität sorgen und eine Infektionsabwehr, sowie einen Schutz der Schleimhäute bilden.
Für die Schärfe der Chili ist der Inhaltsstoff Capsaicin (C18H22NO3) verantwortlich. Capsaicin regt die Bildung von Speichel und Verdauungssäften an und kann die Stoffwechselrate um bis zu 25% erhöhen. In der Leber wird Capsaicin zu Radikalfängern ausgebildet und vermindert zudem die Cholesterin- und Glucose-Absorption in beachtlichem Maße.
Ein weiterer bedeutender Nutzen liegt in den Capsaicinoiden, einer Wirkstoffklasse, die in der Capsicum-Frucht zu finden ist. Als Teil eines Gesamtplans, zu dem auch eine Steigerung der körperlichen Aktivität zählt, können Capsaicinoide aufgrund ihres vielfältigen Einflusses auf die Energiezufuhr und den Metabolismus das Gewichtsmanagement und eine gesunde Körperzusammensetzung unterstützen. Die Körperzusammensetzung ist das Verhältnis von Fettgewebe zu fettfreiem Gewebe und steht im umgekehrten Verhältnis zur Stoffwechselgesundheit. Besonders als Teil eines komponentenreichen Nahrungsergänzungsmittels, hat der langfristige Verzehr von Capsaicinoiden zu positiven Ergebnissen für die Körperzusammensetzung geführt. Vor oder zum Essen eingenommen senken sie die Kalorienzufuhr und haben Einfluss auf unser Sättigungsgefühl. Durch den Abbau von Fett, Lipolyse gennant, unterstützen Capsaicinoide auch die Energiegewinnung. Die Verwendung von Nahrungsinhaltsstoffen wie Capsaicinoiden kann die Lipolyse steigern und durch eine Reduzierung der Fettreserven eine wichtige Rolle beim Gewichtsmanagement spielen, sodass eine Veränderung hin zur Fettverwertung ermöglicht wird. Da sie zusätzlich die Thermogenese (Prozess der Wärmebildung) erhöhen, ermöglichen sie es den Energieverbrauch im Ruhezustand um ca. 50 kcal pro Tag zu steigern.
Im Allgemeinen wirkt Chili gegen Mandelentzündungen, Diphterie, Erkältungen, Appetitlosigkeit, Rheuma, bei Magenproblemen, Kopfschmerzen, Herzbeschwerden oder Schlaflosigkeit. Medizinische Anwendung findet er im ABC-Pflaster, in Rheumasalben und generell in Medikamenten gegen Rheuma, Schmerzen oder Hautprobleme.

Allgemeine Hinweise

Das enthaltene Capsaicin lagert sich bei Berührung mit der Haut und den Schleimhäuten an den Nervenenden an, die normalerweise Hitze bzw. Temperatur spüren. Deshalb sollten bei Verwendung auch Gummihandschuhe getragen werden und der Kontakt mit den Schleimhäuten gemieden werden. Das Gehirn erkennt Capsaicin als Schmerz und schüttet vermehrt Endorphine aus, um diesen vermeintlichen Schmerz zu stillen. Der Körper kann jedoch desensibilisiert werden, was bedeutet, dass man den Genuss von Chilis trainieren kann. Beim Kochen kann Fett in Form von Sahne oder Butter verwendet werden, um die Schärfe zu neutralisieren. Beispielsweise wird häufig ein Klecks Crème fraîche zum Chili con Carne hinzugegeben. Versuche zeigten außerdem, dass Menschen mit einem regelmäßigen Verzehr von Mahlzeiten, die mit Chilipulver gewürzt sind, das Blut geringer verklumpt und leichter durch die Adern fließt.