Geschichte und Vorkommen

Bei Chia, ausgesprochen wie „Tschia“, handelt es sich um die Samen der Salbei-Art „Salvia hispanica“, die ursprünglich in Südamerika beheimatet ist. Mit ihrer Wuchshöhe von bis zu einem Meter und Blättern, die zwischen 4 und 8 cm lang sind, bedeckte das krautartige Chia einst nur die Felder Mexikos. Büschelhaft präsentiert es seine blauen Blüten ab September. Ausgesät wird das Chia bereits im späten Frühling, im Herbst werden die Samen geerntet. Heute wird Chia nicht nur in Zentralmexiko, sondern ebenso in Guatemala, Australien und einigen südamerikanischen Ländern kultiviert. Der kleine Chia-Samen ist ursprünglich überwiegend schwarz. Es kommen natürliche Variationen vor, bei denen rund 15 Prozent der Samen zwischen den Farben grau, weiß und braun variieren. Das Samenkorn ist nahezu geschmacksneutral und kann somit beliebig genutzt werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Jüngst zum Super-Food erklärt wurde Chia wegen solcher Eigenschaften: Chia besteht aus bis zu 38 Prozent aus Chia-Öl und zu rund 20 Prozent aus Protein. Der Proteinanteil ist daher deutlich höher als bei Getreide. Und nicht nur das: Auch die Nährstoffe Calcium, Kalium, Eisen, Phosphor, Zink, Kupfer und die B-Vitamine ballen sich in dem kleinen Korn. Der extrem hohe Anteil an Ballaststoffen, Antioxidantien und Omega-3-Fettsäuren und ein ideales Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 machen Chia noch attraktiver für Gesundheitsbewusste. So soll Chia den Appetit zügeln und die Verdauung regulieren können. Chia-Samen sind besonders für ihren hohen Anteil an Omega-3-Fettsäuren gelobt geworden. Solche essenziellen Fettsäuren sind dafür bekannt, die Zellmembranen auf eine positive Art zu verändern. Die Zellmembranen werden flexibler und effizienter, um die Signale der Nerven zu übertragen. Dieses führt zu einer verbesserten Gehirnfunktion, einer gesteigerten Konzentration und einem verbesserten Gedächtnis. Die wichtigen Omega-3-Fettsäuren werden daher auch als „Gehirnnahrung“ bezeichnet, da sie bei regelmäßigem Verzehr für eine gesunde Gehirnfunktion sorgen. Einige Forscher sind sogar der Meinung, dass Omega-3-Fettsäuren präventiv gegen Alzheimer helfen sowie frühe Phasen der Demenzvoranschreitung verlangsamen können.

Allgemeine Hinweise zu Chia

Chia-Samen kann man heute sogar im Supermarkt kaufen. Die Samen lassen sich roh in verschiedene Nahrungsmittel einstreuen, vom Müsli über Joghurt, Brot und Salat bis zur Frikadelle. Gerne dienen sie eingelegt in Wasser als geschmacksneutrale Grundlage für einen Frühstücksbrei, der mit Obst, Kokosmilch und Öl verfeinert wird. Beliebt ist auch Chia Pudding. Dazu gibt man auf 200 ml Flüssigkeit 2 Esslöffel Chia. Nach dem Einweichen – am besten über Nacht – ist die Grundpuddingmasse fertig und kann zum Beispiel mit Kakaopulver, Zimt oder Vanille verfeinert werden. Pfiffig ist auch Chia-Marmelade: ein paar Beeren pürieren und mit Vanillezucker und Chia-Samen quellen lassen. Schon nach kurzer Zeit ist ganz ohne Kochen der leckere Brotaufstrich fertig.