Beschreibung und Vorkommen

Das 20. Element im Periodensystem wurde erst 1808 entdeckt. Das Wort Calcium stammt vom lateinischen Wort „calx“ ab, womit die Römer Kalkstein, Kreide und daraus hergestellten Mörtel bezeichneten. In all diesen Materialien kommt der Mineralstoff allerdings nur an andere Stoffe gebunden vor, denn allein ist Calcium in der Natur nicht zu finden. Im menschlichen Körper ist Calcium zu 98 Prozent gebunden an Phosphor im Skelett zu finden, in den Zähnen befindet sich ein Prozent. Mit etwa 1000 Gramm ist Calcium das mengenmäßig am stärksten vorkommende Mineral in unserem Körper.

Wirkung, Anwendung und Verfügbarkeit

Calcium ist lebenswichtig für Bildung und Aufbau starker Knochen und gesunder Zähne und verleiht ihnen Festigkeit. Neben dem Knochenaufbau ist Calcium wichtig für die Übermittlung von Nervenimpulsen, es sorgt für einen stabilen Herzrhythmus und sichert die Muskelfunktionen. Es senkt den Cholesterinspiegel im Blut und ist an der Aktivierung verschiedener Enzyme, zum Beispiel des Fettverdauungsenzyms Lipase, beteiligt. Zudem ist es an der Blutgerinnung beteiligt. Akuter Calciummangel kann zu Nervosität, Krämpfen, Muskelstarre und Schlafstörungen führen. Chronischer Calciummangel zu schwachen Knochen und Osteoporose. Lebensmittel, die viel Calcium enthalten, sind Milch- und Milchprodukte. Besonders Hartkäse wie Parmesan, Emmentaler und Greyerzer liegen mit mehr als 1000 mg pro 100 g weit vorn. Aber auch grünes Blattgemüse (außer Spinat und Mangold), Zitrusfrüchte, Erbsen, Bohne und Nüsse versorgen uns mit Calcium. Um Calcium zu resorbieren, benötigt unser Organismus ausreichend Vitamin D. Das „Sonnenvitamin” wird Mithilfe des UV-Lichts in unserer Haut gebildet; das setzt aber voraus, dass man sich mindestens 30 Minuten täglich im Freien aufhält. Aber auch fetter Seefisch, Eigelb, Leber und Milch enthalten Vitamin D. Daneben gibt es Substanzen, die die Calciumaufnahme erschweren. So blockiert zum Beispiel Oxalsäure, die in Spinat, Rhabarber und Roter Bete vorkommt, die Aufnahme von Calcium. Ein Glas Milch nach dem Genuss dieser Gemüse hilft jedoch ein wenig, den Engpass auszugleichen. Auch ein hohes Maß an gesättigten Fettsäuren in der Nahrung (z.B. in gehärtetem Bratfett, tierischen Fetten) machen die Calciumaufnahme schwer, weil sie zusammen mit dem Mineralstoff unverwertbare Komplexe bilden. Ein hohes Maß an phosphathaltigen Lebensmitteln (z.B. Coca-Cola, Wurst und viel Fertignahrung) haben die gleichen Auswirkungen wie Calciummangel und führen zu einer Demineralisation der Knochen, weil sie das sensible Gleichgewicht der Knochenmineralien Phosphor und Calcium durcheinanderbringen.

Allgemeines

Eine gute Calciumversorgung hat eine besondere Wichtigkeit während der Wachstumsphase. Kleinkinder und Kinder brauchen zwei- bis viermal soviel Calcium pro Kilogramm Körpergewicht wie Erwachsene (Nährstoffempfehlungen: Erwachsene 800 mg, Jugendliche 900 mg, Schwangere, Stillende und Senioren 1200 mg pro Tag). Bis zum 30. Lebensjahr verfestigt sich das Skelett. Bis dahin hat man die Möglichkeit, seine “Knochenbilanz” durch eine Kombination aus calciumreicher Ernährung und viel Bewegung zu verbessern. Wer eine negative Knochenbilanz hat, erhöht das Risiko, in späteren Jahren Osteoporose zu bekommen. Dagegen helfen Bewegung, knochenstärkende Medikamente in Verbindung mit Calcium und Vitamin D. Als Nahrungsergänzung ist Calcium als Tablette, Brausetablette, Kapsel, Pulver und Spray im Handel erhältlich. Einzelnen Lebensmitteln wird es auch zugesetzt und als „Functional Food“ verkauft.