Geschichte und Vorkommen

Der Name Buchweizen leitet sich vom lateinischen Wort „fagus“ für Buche und dem griechischen Wort „pyrus“ für Weizen ab. Er hat zwei namensgebende Merkmale. Zum Einen erinnern seine Früchte an Bucheckern. Zum Anderen ähneln die stärkehaltigen Samen Weizenkörnern. Rechtlich wird Buchweizen daher dem Getreide zugeordnet, obwohl er eigentlich zur Familie der Knöterichgewächse zählt und mit Gartenpflanzen wie Rhabarber oder Sauerampfer verwandt ist. Seine verschiedenen Arten sind in den gemäßigten Gebieten der Welt zu finden. Er ist vor allem in Eurasien und dem östlichen Afrika verbreitet. In China ist er bereits seit 4.600 Jahren kultiviert. Je nach Art handelt es sich um ein- oder mehrjährige krautige Pflanzen mit aufrechten Stängel, deren Blütenstände viele Blüten enthalten.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Buchweizen besitzt eine sehr günstige Eiweißzusammensetzung, da er alle acht Aminosäuren in einem geeigneteren Aminosäuren-Profil als Getreide liefert. Somit eignet es sich besser zur Deckung unseres Eiweißbedarfs.
Zudem enthält es viel mehr Lysin als Weizen und hat einen hohen Tryptophan-Gehalt. Da es kein Klebereiweiß enthält, ist Buchweizen frei von Gluten und auch von Weizenlektinen. Allein ist es allerdings nicht backfähig.
Zu seinen Inhaltsstoffen zählen neben einer Reihe von Proteinen und Ballaststoffen auch Mineralstoffe, wie Phosphor, Zink, Magnesium, Calcium, Eisen, Kupfer und Molybdän. Buchweizen kann bei Diabetes, Krampfadern und Bluthochdruck helfen. Mit Hilfe des enthaltenen Chiro-Inositol, das den Blutzuckerspiegel regulieren kann, senkt es diesen. Das enthaltene Rutin reduziert oxidative Schäden in den Blutgefäßwänden, sodass bestehender Bluthochdruck sinkt. Zudem stärkt Rutin auch die Kapillarwände und stellt somit eine Vorbeugung vor Krampfadern dar. In Buchweizen findet sich auch in großen Mengen Lecithin, das gemeinsam mit den Ballaststoffen bei der Regulierung des Cholesterinspiegels helfen kann. Studien zeigten, dass Lecithin den Mechanismus, der für die Resorption des Cholesterins durch die Darmschleimhaut verantwortlich ist, hemmt.
Des Weiteren befinden sich in Buchweizen einige Vitamine, wie Folsäure, Biotin und B-Vitamine. B-Vitamine fördern das Wohlbefinden und die Gesundheit von Körper und Geist. Zu weiteren Funktionen zählen zudem eine Unterstützung von Haut und Haaren, des Nervensystems und der Blutbildung. Außerdem wirkt Buchweizen immunstärkend und antioxidativ.
In der Küche findet Buchweizen und vor allem seine geschälten Körner als Mehl, Grieß, Flocken oder auch Grütze seine Anwendung.

Allgemeine Hinweise

Im Allgemeinen liefert der naturgegebene Vitamin-B-Gehalt von Buchweizen nicht die empfohlene Tagesdosis an Vitamin-B-Komplex. Kürzlich gemachte Entdeckungen ermöglichten jedoch eine natürliche Vitaminisierung und Anreicherung mit Spurenelementen. Buchweizenkörner (=Gemüse) werden bei einem speziellen Reifungsprozess, bei dem sie in eine Art nährstoffreiche Suppe eingelegt werden, zu einem vollkommen natürlichen Vitamin-B-Komplex umgewandelt. Anschließend kann ein nährstoffreicher Keimling geerntet werden, der als natürlicher Bestandteil in Supplementen und funktionellen Lebensmitteln verwendbar ist. Während der Keimung „explodiert“ der Vitalstoffgehalt regelrecht. Mineralstoffe erhalten dabei eine höhere Bioverfügbarkeit und die Samen werden besonders reich an Bioflavonoiden und dem Coenzym Q10.
Vorsicht ist jedoch bei den Buchweizenkörner geboten, die von einem rotfarbigen Häutchen umgeben werden. Dieses kann nach dem Verzehr Allergien auslösen und durch Einwirkung von Sonnenlicht zu Hautekzemen führen. Ungeschälten Buchweizen sollte man daher vor dem Verzehr heiß waschen oder kochen und den roten Schleim anschließend abschöpfen.