Geschichte und Vorkommen

Im Volksmund hat die Brombeere eine Vielzahl verschiedener Namen, von A wie Akerbeere bis Z wie Zolkerbeere. Der Name „Brombeere“ leitet sich von dem althochdeutschen Wort „Bramberi“, was „Dornenstrauch“ bedeutet. Sie wächst weltweit und hat schon immer eine Rolle in der volkstümlichen Medizin gespielt. Daneben ranken sich Sagen und Bräuche um die Brombeere, wie zum Beispiel um die langen Schößlinge, deren Spitzen zu Boden hängen und dort neue Wurzeln schlagen. Diese natürlichen Bögen aus Dornen bewehrten Ranken mit Wurzeln an beiden Enden galten nach früher weit verbreitetem Volksglauben als besonders heilkräftig und zauberwirksam. Unter ihnen musste man hindurchkriechen, um Hautausschläge, Husten, Albträume, einen Kropf oder andere Krankheiten gewissermaßen abzustreifen und auf den Dornenstrauch zu „übertragen“. Zugleich sollte diese Methode vor Verzauberung schützen.
Heute genießen wir nur noch die süßen Früchte oder bereiten Tee aus den Blättern. Frische, reife Brombeeren sind blauschwarz und bestehen aus vielen Einzelfrüchten. Diese sitzen fest auf einem zapfenförmigen Fruchtboden. Jede Einzelbeere enthält einen kleinen steinigen Samenkern. Botanisch gesehen handelt es sich daher gar nicht um Beeren, sondern um sogenannte Sammelsteinfrüchte. Die Früchte wachsen an Sträuchern mit dem botanischen Namen Rubus sectio Rubus. Sie gehören zur Pflanzenfamilie der Rosengewächse. In freier Wildbahn wachsende Pflanzen weisen eine starke Bestachelung auf. Sie können mit ihren bis zu drei Meter langen Trieben kaum durchdringbare Hecken bilden. Blütezeit ist zwischen Juni und August. Brombeeren reifen von Juli bis Oktober.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Was Brombeeren ihre dunkle Farbe gibt, sind tief dunkelrote Pflanzenfarbstoffe, die es in sich haben: sie hemmen Bakterien, Viren und Pilze und lindern Entzündungen. Gerbstoffe in den Beeren stärken die Blutgefäße. Flavonoide helfen dabei, Entzündungen zu hemmen und wirken antioxidativ. Und: Brombeeren sind kleine Vitaminbomben. Ihr Gehalt an Provitamin A gehört zu den höchsten unter den Beerenfrüchten. Der Körper wandelt den Stoff in Vitamin A um, welches unter anderem wichtig ist für den Sehprozess. Brombeeren punkten auch mit viel Vitamin C, das zum Beispiel vor Zellschädigungen schützen soll. Das enthaltene Vitamin E wirkt ebenfalls als Zellschutz. Wertvoll sind auch die Vitamine aus der B-Gruppe. Sie sind an vielen Stoffwechselfunktionen beteiligt. Der Gehalt an Mineralien ist ebenfalls hoch. Dank ihres Ballaststoffanteils können Brombeeren die Verdauung anregen. Darüber hinaus enthalten die dunklen Früchte Ellagsäure, einen natürlichen Sonnenschutz. Mit diesem Pflanzenstoff überstanden menschliche Hautzellen eine 24-stündige UV-Bestrahlung im Labor deutlich besser als ohne. Denn normalerweise entsteht dabei ein Enzym, das Kollagen abbaut und so zur Hautalterung beiträgt. Und genau das konnte Ellagsäure verhindern. Im Schnitt nehmen wir etwa 6 Milligramm davon am Tag auf – mit nur 1 Handvoll Brombeeren liegen Sie locker drüber: 1 Kilo enthält mehr als 2 Gramm.
Wer allerdings Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder Steinleiden hat, sollte besser auf Brombeeren verzichten, denn der Oxalsäuregehalt kann diese Leiden verstärken.

Allgemeine Hinweise

Brombeeren wirken oft, als würden sie nie matschig. Im Vergleich zu Himbeeren sind sie mit einem sogenannten Fruchtboden gefüllt, also innen stabil. Das verleiht ihnen eine gewisse Festigkeit, schützt aber nicht unbegrenzt: Sobald die Haut der dünnhäutigen Brombeeren verletzt wird und zuckerhaltiger Saft ausläuft, schimmeln die Früchte. Oft sind das Schimmelpilze, die giftige Stoffe ausscheiden und so schleichende chronische Krankheiten auslösen können. Die Brombeeren lassen sich allerdings auch unverletzt nicht lange lagern und sollten daher immer bald verbraucht werden. Wie alle Wildbeeren lassen sie sich gut einfrieren.