Geschichte und Vorkommen

Das wasserlösliche Biotin aus der Gruppe der B-Vitamine wird auch Vitamin B8 oder Vitamin H genannt (H deshalb, weil es wichtig für die Gesundheit von Haut und Haaren ist). Da es als Coenzym zudem eine wichtige Rolle im menschlichen Stoffwechsel spielt, hat es auch noch den Namen Coenzym R. Entdeckt wurde das Vitamin Anfang der 30er Jahre, erstmals aus Eidotter isoliert wurde es 1936. Biotin ist in vielen Nahrungsmitteln enthalten. Weil die benötigten Mengen gering sind, misst man das Vitamin in Mikrogramm. In tierischen Geweben wie Leber kommt es hauptsächlich an Eiweiß gebunden vor. Reich an Biotin sind außer Eigelb, Fleisch und Innereien auch Hefe, Sojabohnen, Haferflocken, Weizenkeime, Nüsse und Fisch. In gegarten Speisen geht Biotin kaum verloren, da es relativ unempfindlich gegen Hitze ist. Auch die Bakterien unserer Darmflora sind in der Lage, Biotin herzustellen. Diese Versorgungsquelle spielt jedoch nur bei veganer Ernährung eine wichtige Rolle.

Wirkung und Anwendung

Biotin ist wichtig für den Stoffwechsel. Es baut Aminosäuren ab, regt die Fett- und Kohlenhydratverwertung an und hat eine positive Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel. Auch unser Hormonsystem benötigt Biotin, z.B. für die Produktion männlicher Sexualhormone (auch Frauen sind auf das “männliche” Sexualhormon Testosteron angewiesen). Biotin ist an der Bildung von Hautgewebe beteiligt und hält Haut, Haare und Nägel gesund. Es soll sogar helfen, frühzeitigem Ergrauen und der Bildung einer Glatze vorzubeugen. Zwischen 30 und 60 Mikrogramm Biotin täglich empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) Jugendlichen und Erwachsenen. Die Mindestmenge ist in 30 g Rinderleber, 50 Gramm Sojabohnen oder etwa in 150 Gramm Haferflocken enthalten. Ein Biotinmangel kommt nur selten vor. Gefährdet sind Raucher, Menschen, die regelmäßig Alkohol trinken, aber auch Schwangere und Stillende, die nicht ausgewogen essen. Auch wer große Mengen an rohem Hühnereiweiß täglich zu sich nimmt, kann an Biotinmangel leiden. Der Grund: Das Weiße vom Ei enthält Avidin, ein Protein, das die Biotinaufnahme verhindert. Avidin wird jedoch beim Kochen zerstört. Biotin-Mangelsymptome sind Haarspliss und -ausfall, brüchige Fingernägel sowie Hautekzeme. Bei solchen Anzeichen kann die zusätzliche Einnahme eines Biotin-Präparates aus der Apotheke oder Drogerie helfen. Nebenwirkungen sind selbst nach der Einnahme hoher Biotinmengen nicht bekannt. Als wasserlösliches Vitamin wird ein Zuviel an Biotin über den Harn wieder ausgeschieden.