Geschichte und Vorkommen

Avocado, Alligator- oder Butterbirne, Aguacate oder Palta – das sind nur einige der vielen Namen für die Steinfrucht aus dem tropischen Mittelamerika. Dort kennen die Menschen sie vermutlich schon seit 10.000 Jahren. Der Name „Avocado“ ist aus dem Aztekischen „ahuacatl“ entstanden, was auch Hoden bedeutet. Durch die Spanier gelangte die Avocado (Persea americana) im 16. Jahrhundert nach Venezuela, in die Karibik, nach Chile, Madeira und auf die Kanaren. Eine weltweite Verbreitung fand sie erst etwa 300 Jahre später. Übrigens haben auch Tiere ihren Anteil an der Ausbreitung der Avocado. Forscher fanden heraus, dass inzwischen ausgestorbene Säugetiere wie das südamerikanische Riesenfaultier die Früchte mitsamt hartem Kern fraßen und diesen oftmals weit entfernt von der Mutterpflanze wieder ausschieden. „Natürliche Samenverbreitungstechnik“ nennen Fachleute dieses Phänomen.
In Deutschland ist die Avocado erst seit gut 30 Jahren im Obst- und Gemüseregal zu finden. Die Importfrüchte stammen meist aus Israel, Spanien, den Kanaren, Südafrika und dem Kamerun.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Mit einem Fettanteil von bis zu 32 Prozent gehört die Avocado zu den nahrhaftesten tropischen Früchten. Dieses Fett ist jedoch leicht verdaulich, weil es viele einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthält, unter anderem auch die gesunden Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren. Dennoch dienen Avocados hauptsächlich als Nahrungsmittel und nur an zweiter Stelle der Ölherstellung. Das hellgrüne Fruchtfleisch seiner Beerenfrüchte schmeckt ein wenig nussig und lässt sich sowohl für pikante als auch süße Gerichte verwenden. Nur gekocht darf es nicht werden, weil es dann bitter schmeckt. Avocados wirken sich günstig auf den Cholesterinspiegel aus. Außerdem versorgen sie uns mit Vitamin E, B-Vitaminen, Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen und Kupfer. Ihr Gehalt an Folsäure, wichtig für die Zellneubildung, deckt 80 Prozent des Tagesbedarfs und ist damit außergewöhnlich hoch. Der Verzehr von Avocados verhindert die Bildung von schädlichen Bakterien im Darm und kann so gegen Durchfallerkrankungen helfen. Für Menschen, die unter Neurodermitis leiden, sind sie übrigens besonders gut verträglich
Avocadoöl wird in der Küche, aber auch in der pharmazeutischen und kosmetischen Industrie genutzt. Als Hautpflege eignet es sich besonders für trockene Haut. Seine Inhaltsstoffe schützen zudem vor Umwelteinflüssen; Vitamin E unterstützt den Zellaufbau und die Regeneration der Haut.

Allgemeine Hinweise

Avocados sind das ganze Jahr über erhältlich, jedoch meist noch hart und unreif. Bei Zimmertemperatur reifen sie jedoch in 2–3 Tagen problemlos nach, am besten eingewickelt in Zeitungspapier. Erst wenn sie auf Daumendruck leicht nachgeben, entfaltet sich das feine Aroma des fast cremigen Fruchtfleisches. Dann lassen sich die Früchte gut verarbeiten. Dabei den Zitronensaft zum Beträufeln nicht vergessen, sonst färbt sich das Fruchtfleisch unappetitlich dunkel.