Geschichte und Vorkommen

Als Heimat der Artischocke (Cynara scolymus) gilt der Mittelmeerraum. Die Ägypter kannten die distelähnliche Schöne bereits 500 v. Chr., aber auch im Alten Rom schätzte das reiche Bürgertum sie als Delikatesse. Im 15. Jahrhundert breitete sich die Artischocke über Frankreich nach Nordeuropa aus. Inzwischen war sie ein begehrtes Aphrodisiakum. So wird berichtet, dass die Maitresse von Ludwig XV., Gräfin Dubarry, regelmäßig die raffiniertesten Artischockengerichte zubereiten ließ, um das Begehren des französischen Königs zu entflammen.
Die frostempfindliche Artischocke wird im Mittelmeerraum, auf den Kanarischen Inseln, in Nord- und Südamerika. angebaut und ist das ganze Jahr über erhältlich.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Artischocken sind reich an Kalium, Calcium, Magnesium, Eisen, Kupfer und Mangan. Sie enthalten die Vitamine B1 und C, sowie das Provitamin A. Auch der Mehrfachzucker Inulin kommt in der Artischocke vor; er hält die Darmflora gesund.
In den frischen Blättern der Pflanze sind sekundäre Pflanzenstoffe und der Bitterstoff Cynarin vorhanden, der sowohl den Appetit als auch den Stoffwechsel anregt und daher in einigen Aperitifs enthalten ist.
In der Naturmedizin ist die Artischocke eine unentbehrliche Heilpflanze. Ihre Extrakte senken die Blutfettwerte und schützen so vor Herz- und Schlaganfällen. Außerdem helfen die Bitterstoffe der Artischocke die Leber und Galle zu entlasten. Sie unterstützen die Fettverdauung und können so den ungestörten Genuss üppiger Speisen ermöglichen.

Allgemeine Hinweise

Zum Verzehr eignen sich jedoch nur der fleischige Blütenboden und die zarten Ansätze der ihn umhüllenden Kelchblätter. Da sie roh ungenießbar sind, müssen sie in Salz-Zitronen-Wasser je nach Größe etwa 30 Minuten gegart werden. Dabei sollten sie vollständig von Wasser bedeckt sein, denn in Verbindung mit Sauerstoff, würden sie sofort unansehnlich dunkel. Die gegarten Blätter lassen sich von außen nacheinander einzeln abzupfen und in einen Dip tauchen, um danach den weichen Blattansatz mit den Zähnen von dem sonst harten Blatt abzuziehen. Der Genießer nähert sich so Blatt für Blatt dem eigentlichen kulinarischen Höhepunkt, dem Artischockenherz. Bevor man sich aber an dem wohlschmeckenden Boden der Artischocke erfreuen kann, muss man noch die Blütenfäden lösen, die in Geschmack und Konsistenz an Heu erinnern.