Geschichte und Vorkommen der Viktualie Argan

Der Arganbaum (lat. Argania spinosa) ist ein Dornengewächs und gehört zur Familie der Sapotaceae, der Seifenbaumgewächse. Er wird auch Eisenholzbaum genannt. Früher bedeckte er weite Teile Nordafrikas und Südeuropas. Heute gibt es nurnoch 20 Millionen Exemplare im Süden Marokkos im Tal des Sous im Norden der Westsahara. Um den Bestand zu sichern, wurdedie gesamte Region 1998 von der UNESCO zum Biosphärenreservat erklärt. Nicht nur das Öl der Arganie kann vom Menschen genutzt werden. Der Baum hält den Vormarsch der Wüste auf, spendet Schatten, liefert Brennholz, und die Blätter dienen Ziegen als Futter. Der islamische Arzt und Botaniker Ibn al barabir erwähnte die Arganie in seiner 1219 erschienenen Schrift über Nahrungs- und Heilmittel und bezeichnete sie als die „Mandel der Berber“.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Arganöl besitzt eine sehr hohe Konzentration an essenziellen Fettsäuren (über 80%) hauptsächlich Linolsäure und Oleinsäure. Des weiteren findet sich ein hoher Anteil natürlicher Antioxidantien zum Schutz vor schädlichen freien Radikalen. So ist Arganöl ungewöhnlich reich an Alpha-Tocopherol, einer Vitamin-E-Vorstufe. Von besonderem Interesse sind für Wissenschaftler die im Arganöl enthaltenen Sterole, wie Schottenol und auch Spinasterol. Die Berber Marokkos setzen das Öl schon lange für medizinische Zwecke ein, so z.B. zur Behandlung von Magen- und Darmproblemen, Herz- und Kreislaufschwierigkeiten aber auch bei Sonnenbrand oder zur Desinfektion von Wunden. Die traditionelle Medizin kennt die Anwendung von Arganöl bei Akne, Windpocken, Neurodermitis, Rheuma, Gelenkschmerzen, und Hämorrhoiden.

Allgemeine Hinweise

Nur jedes zweite Jahr trägt die Arganie Früchte, die aussehen wie gelbe Pflaumen. Sie lassen sich nicht im herkömmlichen Sinne ernten. Der Baum kann nicht mit Maschinen geschüttelt werden, und die spitzen Dornen, die ihn tausendfach bevölkern, lassen eine Handlese nicht zu. Man muss warten, bis sich die Früchte von selbst lösen und zu Boden fallen. Die Ölgewinnung ist in Marokko traditionsgemäß reine Frauensache. Nach der Lese werden die extrem harten Schalen mit Steinen zerschlagen, an der Luft getrocknet, auf offenem Feuer mild geröstet und anschließend in einer Steinmühle per Hand zermahlen. Der entstandene Brei wird mit lauwarmen Wasser zu einer Paste vermischt, aus der das Öl gewonnen wird.