Geschichte und Vorkommen

Die Prunus armeniaca zählt zu den Rosengewächsen (Rosaceae) und ist bei uns unter dem Namen Aprikose bekannt. Im bayrisch-österreichischen Sprachraum wird sie häufig Marille genannt, in Rheinhessen nennt man sie auch Malete. Die Araber gaben ihr ursprünglich den Namen „Elbarquq“, was die Spanier anschließend zu „Albaricoque“ formten, woraus sich schließlich „Aprikose“ entwickelte.
Alexander der Große brachte die Frucht des Aprikosenbaumes von einem seiner Beutezüge aus dem Kaukasus mit nach Europa. Ursprünglich stammt sie vermutlich aus Nordchina. Angebaut wird sie bevorzugt in wärmeren, südlichen Ländern, wie Italien, Spanien, Frankreich, Rumänien, Bulgarien und Ungarn, sowie in Kalifornien oder auch Südafrika. Der Aprikosenbaum ist frostempfindlich und gilt in Lehmböden als ertragssicherer als in Sandböden. Die Reifezeit der Aprikose ist Ende Juli beziehungsweise Anfang August. Bei Vollreife weist sie eine gelbe, manchmal auch gelborange Farbe auf und ihr Kern lässt sich problemlos ablösen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Betrachtet man die Inhaltsstoffe, so ist die Aprikose eine wahre Vitaminbombe. Sie enthält so viel Beta-Carotin wie kein anderes heimisches Obst. Beta-Carotin wird im Körper zu Vitamin A umgesetzt. Dieses ist vor allem für die Nervenzellen im hinteren Teil des Auges wichtig, um in der Dunkelheit gut sehen zu können. Außerdem fördert Beta-Carotin die Hautabschuppung, verhindert, dass äußere Hautschichten verhornen und austrocknen und schirmt den Körper vor freien Radikalen ab. Faktoren wie Nikotin, Sonnenlicht, Stress oder Infektionen erzeugen zellschädigende freie Radikale, deren zerstörerische Energie vom Beta-Carotin abgebremst wird.
Zudem befinden sich im Fruchtfleisch zahlreiche andere Carotinoide, das Flavonoid Quercetin und beachtliche Mengen Salicylsäure. Sie zählen alle zur Gruppe der Bioaktivstoffe, die Lebensmittel zu Heilmitteln werden lassen. Salicylsäure wirkt antibakteriell und kann Krankheitskeime in Magen und Darm abtöten. Zusätzlich enthalten Aprikosen Kalium, Folsäure, die Vitamine B5, B 15 und C, sowie Pangam, das sich im Kern befindet. Bei Pangam handelt sich um eine Mischung von verschiedenen vitaminreichen Nährstoffen. Auf diesen Bestandteil ist es auch zurückzuführen, dass Aprikosen Migräneanfälle und Kopfschmerzen (auch vorbeugend) lindern können.
In der Volksmedizin wird der Aprikose daher eine große Bedeutung zugeschrieben. Sie fördert das Wachstum von Haaren und Fingernägeln, sorgt für reine Haut, schützt vor Infektionen und Entartung der Zellen und regt die Sauerstoffversorgung der Zellen an. Dadurch sind wir besser vor Müdigkeit oder Antriebslosigkeit gewappnet.
Wegen des hohen Gehalts an Vitamin E, B-Vitaminen und essentieller Fettsäuren, wird die Aprikose immer häufiger in Kosmetikprodukten verwendet. Dabei wird der Aprikosenkern als Puder vermahlen in Peelings genutzt oder Aprikosenkernöl in Cremes und Seren verwendet. Aprikosenkernöl sorgt dabei dafür, dass die Hautzellen ernährt, geschützt und auch regeneriert werden. Es glättet die Epidermis und repariert die Barriereschicht. Die Haut fühlt sich dadurch elastisch und zart an. Produkte mit Aprikosenkernöl sind gut für empfindliche Haut und für Babys geeignet.
Auch in der Küche findet die Aprikose zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten. Ob pur als Tafelobst, als Kompott oder Konfitüre, in Fruchtsalaten, Saucen, Desserts oder auch in Likören und Spirituosen – sie wird immer wieder gerne verspeist. Beliebt sind auch die Trockenaprikosen, deren Beta-Carotingehalt fast fünfmal so hoch wie in frischen Aprikosen ist. Auch der Ballaststoffgehalt ist um 600% höher. Ballaststoffe aktivieren den Darm, entgiften und senken den Cholesterinspiegel.

Allgemeine Hinweise

Bei so vielen wertvollen Inhaltsstoffen ist es kaum verwunderlich, dass auch die Forschung erstaunliche Dinge über die Aprikose herausfand. Das Himalaya-Volk der Hunzas war extrem langlebig. Man stellte fest, dass der Grund hierfür ihr sehr hoher Konsum an Aprikosen und Beeren war, die beide viel Salicylsäure enthalten. Forscher der Cornell-Universität fanden zudem heraus, dass Retinsäure, die auch in Aprikosen (und anderen carotinoidreichen Obst- und Gemüsesorten) steckt, Leukämiezellen am unkontrollierten Wachsen hindert.
Wer also seinem Körper etwas Gutes tun will, kann ruhig öfter Aprikosen essen. Man sollte sie dabei kühl aber nicht zu kalt lagern, da sie sonst ihr Aroma verlieren.