Geschichte und Vorkommen

Anthocyane sind wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe, die Blüten, Früchten und Gemüse ihre rote, violette oder blaue Färbung geben. Sie kommen in nahezu allen Pflanzen vor. Ihr Name ist aus den griechischen Wörtern für Blume (Anthos) und dunkelblau (kyáneos) entstanden. Die Anthocyane zählen zu den sekundären Pflanzenstoffen und dort wiederum zu den Polyphenolen, die vor allem in den äußeren Randschichten der Pflanzen vorkommen. Aber auch innerhalb der Gruppe der Polyphenole gibt es noch Unterteilungen. Ganz exakt gehören die etwa 250 bekannten Anthocyane zu den Flavonoiden. Vor allem schwarze Johannisbeeren, blaue Weintrauben und Kirschen sind sehr anthocyanreich. Auch die Färbung der Blätter im Herbst kommt durch diesen Pflanzenfarbstoff zustande, da zu dieser Zeit Photosynthese und Chlorophyllbildung aussetzen. Als Lebensmittelfarbstoff sind Anthocyane unter der E-Nummer 163 zugelassen. Man findet sie zum Beispiel in Fruchtgelees und Konfitüren, in Süßwaren und Obstkonserven, in Limonaden und Speiseeis.

Wirkung und Anwendung

Den Anthocyanen werden viele schützende Wirkungen zugeschrieben. Genauso wie sie Pflanzen vor schädlichen Einflüssen durch Sauerstoff (Oxidation) oder Fressfeinde (Insekten etc.) schützen, beugen sie auch zerstörerischen Reaktionen im menschlichen Körper vor. Ernährungsforscher haben erkannt, dass sie Schutz vor freien Radikalen (aggressiven Sauerstoffmolekülen) bieten, und diese Oxidationsprozesse in den Zellen verlangsamen. So schützen sie das Erbgut, beugen vorzeitigem Altern und der Entartung von Zellen vor. In ihrem Zellschutzpotenzial sind sie stärker als die bekannten “Radikalfänger” Vitamin C und Betakarotin. Über den Zellschutzeffekt hinaus wirken Anthocyane antibakteriell, entzündungshemmend und blutdrucksenkend.