Geschichte und Vorkommen der Viktualie Anis

Pimpinella anisum, zu deutsch Anis, gehört zur Familie der Doldengewächse und ist im östlichen Mittelmeerraum beheimatet. Der Name stammt vom griechischen Wort für Dill, mit dem der Anis verwechselt wurde. Die aufrechte, einjährige Pflanze wird zwischen 30 und 50 cm hoch und trägt kleine weiße Blüten. Diesen folgen winzige, sternförmige Früchte, die geerntet werden, wenn sie zu reifen beginnen und anschließend im Schatten getrocknet werden. Angebaut wird Anis vor allem in Südeuropa, sowie in Mexiko, Indien, China, Japan, Chile, Argentinien und in der ehemaligen UdSSR.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Vom Anis werden in erster Linie die Früchte und das daraus gewonnene ätherische Öl verarbeitet. Sie sind sehr eisenhaltig und enthalten unter anderem fettes Öl, Flavonoide (u.a. Rutin) und Phenylacrylsäure.
Genutzt wird Anis als Gewürz ebenso wie als geschätztes Heilmittel. Dabei wird er in der Süß- und Backwarenindustrie zum Beispiel für Anisplätzchen, Anisbonbons und als Brotgewürz verwendet und dient zum Verfeinern von Suppen und vielen weiteren Gerichten. Zum Aromatisieren können seine Blätter Salaten beigegeben werden. Bekannt sind auch die aus dem Mittelmeerraum stammenden Anisschnäpse, wie der griechische Ouzo, der italienische Sambuca, der türkische Raki oder dem Pernod und Pastis aus Frankreich.
Anis-Tee kräftigt Magen und Darm und hilft bei Blähungen, Völlegefühl und Verdauungsbeschwerden. Als Heilmittel wird Anis zudem als Salbe, Öl zum Einreiben oder als Inhalation verwendet. Er wirkt verdauungs- und auswurffördernd, krampflösend, blähungstreibend und bei Erkrankungen der oberen Atemwege auch keimtötend. Zudem kann er appetitanregend sein.

Allgemeine Hinweise

Wegen seiner geschmacklichen Überlegenheit und der vergleichbaren Wirkung wird Anis auch als „süßer Fenchel“ oder „süßer Kümmel“ bezeichnet. Die drei Pflanzen werden in der Medizin auch nahezu identisch angewendet. Im Gegensatz dazu besteht aber keinerlei botanische Verwandtschaft zu den hochwachsenden Sternanis Bäumen, die in China und Vietnam existieren.
Anis sollte man am besten bei Bedarf frisch vermahlen, da er sonst sein Aroma verliert.