Geschichte und Vorkommen der Viktualie Ananas

Ursprünglich stammt die Ananas (Ananas comosus) aus dem tropischen Amerika. Columbus und seine Mannschaft waren 1493 die ersten Europäer, denen sie bei ihrer Landung auf Guadeloupe zur Begrüßung angeboten wurde. Die einzige Pflanze aus der Familie der Bromeliengewächse mit essbaren Früchten gedeiht überall, wo tropisches Klima herrscht. Es gibt mehr als hundert Ananassorten, die jeweils nach ihrem Herkunftsland bezeichnet werden. Die wichtigsten Anbauländer sind Brasilien, Costa Rica und Honduras. Aus Thailand und von den Philippinen kommen 30 Prozent der Weltproduktion. In kleineren Mengen wird Ananas heute auch in europäischen Gewächshäusern kultiviert.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Die frische Frucht ist reich an den Vitaminen B1, B2, B6, C und Betakarotin. Sie enthält die Mineralstoffe Kalium, Calcium und Magnesium sowie die Spurenelemente Mangan, Eisen, Kupfer und Zink. Neben anderen Enzymen ist in der Ananas das Eiweiß spaltende Enzym Bromelain enthalten. Es fördert nicht nur die Verdauung, sondern soll auch Entzündungen hemmen, Ablagerungen an den Gefäßinnenwänden abbauen und den Blutdruck senken – somit wirkt es den Hauptursachen der Arteriosklerose entgegen. Da der Fruchtsäuregehalt der Ananas sehr hoch ist, kann es nach ihrem Verzehr zu Reizungen der Magenschleimhaut kommen. Milder ist die Babyananas.

Allgemeine Hinweise

Die Ananas wächst normalerweise auf Feldern und bildet über dem Boden zunächst eine Blattrosette mit langen, spitzen Blättern. Nach etwa einem Jahr entwickelt sich aus ihrer Mitte eine dickfleischige Blütenachse. Bis zu 200 Beeren bringen die Blüten hervor. Mit der Zeit wachsen sie zusammen und bilden einen bis zu 30 cm hohen und bis zu 4 Kilogramm schweren Fruchtverband – die Ananas. Meist wird die Frucht zum Export unreif geerntet und muss erst nachreifen.
Im reifen Zustand ist die Ananas orangefarben bis hellbraun, das gelbe bis orangefarbene Fruchtfleisch schmeckt angenehm süßsäuerlich. Zu erkennen ist eine reife Frucht an ihrem Duft und daran, dass sich die grünen Blätter ganz leicht von der Frucht lösen lassen. Sie sollte nicht unter einer Temperatur von 5 °C gelagert werden, da sie sonst schwarze Flecken bekommen kann.
Aufpassen heißt es beim Verarbeiten der Ananas mit Milchprodukten. Sie vertragen sich nicht mit dem in der Ananas enthaltenen Bromelin, und die Speisen werden bitter. Auch Gelatine wird zusammen mit frischer Ananas nicht fest.