Geschichte und Vorkommen

Die Açai-Pflanze, auch Kohlpalme genannt, ist eine Palmenart, die vor allem am Amazonas vorkommt. Neben den Früchten werden auch die circa einen Meter langen Palmenherzen als Gemüse verzehrt. Da bei der Ernte von Palmenherzen die gesamte Palme abgeschlagen werden muss, führt dies jedoch vielerorts zur Dezimierung der Açai-Bestände.
Die Açai-Palme wächst in Büscheln und kann eine Höhe von circa 25 Metern erreichen. Ihre großen, olivgrünen Palmenblätter werden zum Abdecken von Häusern verwendet. In der Blütezeit zwischen September und Januar trägt die Açai-Pflanze zahlreiche gelbliche Blüten, die in 3 – 4 großen hängenden Blöcken wachsen. Nach der Blüte bilden sich an jedem dieser hängenden Blöcke etwa 3 – 6 kg Früchte. Die Haupterntezeit ist von Juli bis Dezember am ertragreichsten, wobei im Laufe des Jahres immer wieder geerntet werden kann. Die Açaibeere ist eine runde, 1 – 1,5 cm große purpurfarbene, bei Vollreife fast schwarze Frucht, die in ihrem Aussehen einer kleinen, dunklen Weintraube ähnelt. Der tropische, anregende Geschmack der Açai-Frucht ist leicht säuerlich und nussartig und erinnert ein wenig an Brombeeren.
Die Açaibeeren werden zu Saft und von den Indios auch zu Wein verarbeitet. Der Saft wird meist mit grob gemahlenen Maniokmehl oder Fisch vermengt gegessen.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

In der brasilianischen Kräutermedizin werden verschiedene Zubereitungen der Açaibeeren zur Behandlung von Durchfall, Hautgeschwüren und Fieber verwendet.
Die Früchte der Açai-Palme sind reich an vielen sekundären Pflanzenstoffen wie z.B. den Anthocyanen, die für die dunkelviolette Färbung der Beeren verantwortlich sind und als starke Antioxidantien die zellschädigenden freien Radikalen bekämpfen. Neben wichtigen Mineralstoffen wie Calcium, Eisen und Phosphor enthalten Açaibeeren ernährungsphysiologisch wertvolle ungesättigte Fettsäuren. So helfen die Linol- (Omega-6) und die Ölsäure (Omega-9) unter anderem den Cholesterinspiegel im Blut zu senken. Zudem sind die Açaibeeren reich an Vitamin A und Ballaststoffen

Allgemeine Hinweise

Vor etwa 10 Jahren war die Açaibeere fast ausschließlich der einheimischen Landbevölkerung des Amazonas bekannt. Erst Ende der 90er Jahre startete sie von den brasilianischen Großstädten ausgehend ihren Siegeszug auf dem amerikanischen Kontinent. Inzwischen sind die verschiedenen Açai-Produkte sind mehr aus der Ernährung der Bevölkerung Brasiliens wegzudenken.