Arten, Extrakt, Synonyme

Beta-Carotin, Provitamin A

Beschreibung und Vorkommen

Die Bezeichnung „Provitamin A“ zeigt an, dass es sich um eine Vorstufe des Vitamins A handelt. Der menschliche Körper wandelt β-Carotin bzw. Provitamin A in soviel Vitamin A um, wie er braucht. Ein Enzym hilft dabei, β-Carotin-Moleküle in je zwei Vitamin A-Moleküle zu spalten. Jedoch hat das β-Carotin auch eigene Wirkungen im Organismus. Während Vitamin A nur in tierischen Nahrungsmitteln enthalten ist, kommt β-Carotin nur in der Pflanzenwelt vor. Jedoch nicht nur in Möhren und anderen gelben und orangefarbenen Gemüse, sondern auch in roten Früchten sowie in dunkelgrünem Blattgemüse wie Grünkohl und Spinat. Besonders reich an β-Carotin sind rote Paprikaschoten, Honigmelonen und Petersilie. Der Gehalt ist allerdings jeweils abhängig von der Sorte, dem Reifegrad, der Lagerzeit und Anbauart. Auch der Anbau spielt eine Rolle. So hat etwa Bio-Gemüse aus der Region einen höheren β-Carotin-Anteil als Treibhaus-Ware von weither. Da β-Carotin bei längerer direkter Sonneneinstrahlung zerfällt, sollten Lebensmittel mit viel β-Carotin besser dunkel gelagert werden.
In der Lebensmittelindustrie und für die Herstellung von Vitaminpräparaten wird meist günstigeres, synthetisch hergestelltes β-Carotin verwendet – man bezeichnet es als „isoliert“. Zu finden ist es unter anderem in Butter und Margarine, Käse, Speiseeis und Desserts, sowie ACE-Drinks. Es ist in diesen Fällen mit der E-Nummer 160 gekennzeichnet.

Wirkung und Anwendung

Provitamin A wird über die Nahrung aufgenommen. Rund 15 Prozent verwandelt unser Organismus davon in Vitamin A. Der große Rest geht aber keinesfalls verloren, sondern entfaltet im Körper seine eigenen Wirkungen. So wirkt β-Carotin aus Obst und Gemüse im menschlichen Körper als Antioxidans zur Abwehr freier Radikale. Es ist in der Lage, die freie Energie dieser schädlichen Radikale aufzunehmen und als Wärme abzuleiten. Zudem kann es sie auch noch auf chemischem Weg unschädlich machen. Für die Haut übernimmt das Provitamin eine wichtige Schutzfunktion. So wie es die Pflanzen und Früchte, die wir essen, vor den schädlichen Wirkungen der Sonne schützt, tut es das auch bei uns. Durch UV-Strahlen entstandene frei Radikale werden ebenfalls eliminiert. Ernährungsexperten empfehlen eine tägliche Dosis von etwa 2 mg β-Carotin, wie sie in 30 g Möhren, 40 g gekochtem Grünkohl oder 300 g Tomaten enthalten sind. Um es besser zu verwerten, sollte das Obst und Gemüse zerkleinert und mit etwas Fett zubereitet werden.

Allgemeine Hinweise

Ein Zuviel an natürlichem β-Carotin kann es nicht geben, außer dass es bei übermäßigem Konsum des Provitamins zu einer gelblichen Hautfarbe kommen kann. Der Grund: Überschüssiges β-Carotin wird im Fettgewebe unter der Haut gespeichert – bestes Beispiel dafür sind „Karottenbabies“. Jedoch verschwindet die Färbung nach etwa drei Wochen wieder.
Anders bei synthetisch hergestelltem β-Carotin. Hier kann ein Zuviel schädliche Auswirkungen für Herzkreislaufpatienten und starke Raucher haben. Bei letzteren steigt durch überhöhte Dosen das Risiko an Lungenkrebs zu erkranken.