Arten, Extrakt, Synonyme

alpha-GPC

Geschichte und Vorkommen

Alpha-Glyceryl-Phosphoryl-Cholin ist ein cholinhaltiges Phospholipid (also ein Lecithinmolekül), das natürlicherweise in allen Körperzellen vorkommt. Im Stoffwechselprozess entsteht das alpha-GPC bei der Umwandlung von Phosphatidylcholin, wodurch es zur wasserlöslichen, leicht absorbierbaren Quelle von Cholin wird. Cholin ist der Vorläufer des Transmitters Acetylcholin, dem wichtigsten Metaboliten für alle cholinergischen, physiologischen Prozesse.
Alpha-GPC ist zudem ein Parasympathomimetikum, dh. es ahmt die Wirkung des Parasympathikus nach und hemmt zudem den Abbau von Acetycholin (als Hemmer des Enzyms Cholinesterase). Diese Eigenschaft macht es besonders interessant für die Alzheimerforschung. Glycerophosphocholin (GPC) ist vor allem für Leber, Niere, Gehirn und Nervenzellen ein wichtiger Nährstoff. Das natürliche Vorkommen von GPC in der Muttermilch ist ein Beleg für seine Bedeutung für alle Lebensfunktionen. Es ist tief in die Wasserphase integriert, daher nahe zum Blut und erreicht somit jedes Gewebe. Alpha-GPC hat eine biochemische Schlüsselrolle bei all unseren Zellvorgängen, was sich verstärkt durch seine Wirkung in den Bereichen Gewebewachstum und –erneuerung, Organbeständigkeit, Fortpflanzung, sowie Körper-Geist-Koordination zeigt. Es kann aus natürlichem pflanzlichen Phosphatidylcholin hergestellt werden und dient als pharmazeutischer Wirkstoff zur Herstellung von oralen oder parenteralen Arzneimitteln. Da es sich um ein leicht wasserlösliches Produkt mit süßlichem Geschmack handelt, kann es als Nährstoffzutat auch direkt in Lebensmittel eingearbeitet werden.

Inhaltsstoffe, Wirkung und Anwendung

Zahlreiche klinische Studien belegen, dass alpha-GPC eine Fülle an Bedeutungen für unsere Gesundheit hat. Die Auswirkungen beziehen sich dabei unter anderem auf Verbesserungen der neurologischen Gehirnfunktionen, der kognitiven Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit, sowie eine Stärkung des Gedächtnisses, der Rückerinnerung und Wiedererkennung. Ein zentrales Merkmal von alpha-GPC ist, dass es die geistige Leistungsfähigkeit Menschen aller Altersgruppen verbessert. Es dient sowohl jungen Erwachsenen, als auch Menschen mittleren Alters und Senioren.
Viele Pharmaka versuchen die kognitiven Funktionen im Stadium des mittleren Lebensalters zu verbessern und sind damit nur mäßig erfolgreich. Wirkstoffe, die auf junge, gesunde Erwachsene abzielen, sind jedoch selten. Studien zeigten jedoch, dass α-GPC die einzigartige Fähigkeit besitzen könnte, die geistige Leistungsfähigkeit junger Menschen zu verbessern. Dies wurde getestet, indem man jungen Probanden den Stoff Scopolamin verabreichte, der die Acetylcholin-Vorräte im Gehirn verringert und so temporäre kognitive Beeinträchtigungen ähnlich derer, die bei einem normalen Alterungsprozess entstehen, verursacht. Anschließend folgte die Einnahme von α-GPC wodurch sich zeigte, dass α-GPC einen Schutz vor Scopolamin-Amnesie darstellt. Es kann die schädliche Wirkung von Scopolamin blockieren und verbesserte den Ausgangswert der geistigen Leistungsfähigkeit der Probanden, sowie deren EEG-Muster. Die langsame Wellentätigkeit („delta“) wurde abgeschwächt, die typischerweise mit dem Alter auftritt. Auch bei Menschen mittleren Alters verbessert α-GPC das Maß der mentalen Verarbeitung und Reaktionszeit, auch wenn bereits eine unterdurchschnittliche Funktion der geistigen Leistungsfähigkeit besteht.
Alte Menschen kann α-GPC vor kognitivem Verfall bewahren. Es verbessert die Symptome vaskulärer Demenz bezüglich Wahrnehmung, Stimmungsschwankungen, Schwindel und Müdigkeit, aber auch die kognitiven Fähigkeiten, wie Erinnerungsvermögen und Orientierung. Es revitalisiert abnehmende, geistige Funktionen. Auch bei degenerativen Demenzen wie Alzheimer kann es die kognitiven Funktionen deutlich verbessern, was sich auch in einer höheren MMSE-Rate (Minimal-Mental-Status-Test) zeigte. Sein beeindruckender Nutzen wirkt auch einzigartig bei der Hirntrauma-Genesung. Eine Studie mit Schlaganfallpatienten zeigte, dass sich die neurologischen Funktionen bei einer einmonatigen intramuskulären Einnahme von α-GPC um 20-30% erholten. Die orale Einnahme in den folgenden fünf Monaten brachte weitere Verbesserungen, die MMSE-Rate besserte sich um 12-15%. Αlpha-GPC revitalisiert das Gehirn und ist optimal bei der Genesung der Hirnfunktionen nach Durchblutungsmangel geeignet. Erfolgt die Einnahme zeitnah nach einem Schlaganfall oder nach mangelnder Blutversorgung (Ischämie), so wirkt es neuroprotektiv und unterstützt die Neuroplastizität über die Nervenwachstumsfaktor-Rezeptoren.
Seine Bedeutung wird auch deutlich im Hinblick auf seine Wirkung auf andere Substanzen. GPC stellt beispielsweise eine effektive und geeignete Quelle für Cholin dar, einen vitaminähnlichen, essentiellen Nährstoff. Blut und Gewebe enthalten nur wenig freies Cholin, da es in der Wasserphase unbeständig und potentiell toxisch ist. Es erhöht im Gehirn die Synthese von Zellmembranen und Neurotransmittern. GPC ist der Schlüssel zur Speicherung von Cholin im menschlichen Körper und erhöht die Cholinkonzentration im Hirn und Plasma für einen längeren Zeitraum, ohne die Nachteile, die bei diätetischer Cholin-Supplementierung entstehen. Es dient so auch der Zellmembranwartung, da Cholin Baustoff der Zellwände ist. Der chemische Transmitter Acetylcholin ist wesentlich für das Heranreifen der Gehirnschaltstellen, der Entwicklung, Regenerierung und der „plastischen“ Anpassung des Gehirns verantwortlich. Zudem stellt α-GPC Phosphatidylcholin (PC), das Hauptphospholipid der Membran, am effizientesten her. Leben hängt von Zellmembranen ab. Diese dynamischen Mikrostrukturen sind hauptsächlich aus Phospholipiden zusammengesetzt. Um sich zu erneuern oder zu wachsen, stellen die Zellen neue Membranmasse mithilfe von Phosphatidylcholin her. Weil GPC ein Wasserphase-Phospholipid ist, können Enzyme ihm leicht ein Fettsäure-Ende hinzufügen und es entsteht PC. Somit ergibt sich eine weitere zentrale Bedeutung von alpha-GPC für unsere Zellen. Während es in seiner ursprünglichen Form einen einzigartigen Schutz bietet, der weitreichend im Zytoplasma wirken kann, kann dieser Speicher mit geringem Energieaufwand ausgeschöpft werden, um Phosphatidylcholin für die Herstellung neuer Membranmasse zu produzieren. GPC kann zudem die Fruchtbarkeit positiv beeinflussen. Es wird von den epididimalen Zellen in die Samenflüssigkeit abgesondert. Unfruchtbarkeit bei Männern ist mit einem geringen GPC-Gehalt im Sperma verknüpft und niedrige GPC-Werte korrelieren gleichzeitig mit einer schlechten Spermienmotilität. In Studien zeigte sich, dass α-GPC daher positive Auswirkungen auf die Spermienleistung und die Befruchtung hat und, dass bei kürzlich befruchteten Frauen das GPC der Samen vermutlich als Energiequelle für die Gebärmutterschleimhaut genutzt wird. Zu weiteren Funktionen zählen zudem eine Erhöhung der Membranfluidität, die Unterstützung der Leber- und Nierenfunktionen, sowie die Förderung des Wachstumshormonausstoßes.

Allgemeine Hinweise

Da GPC ein Orthomolekül ist, das heißt, es ist natürlicherweise in allen Körperzellen vorhanden, ist es extrem gut verträglich und hat wenige bis keine Nebenwirkungen. Als Zutat hochkomplexer funktioneller Lebensmittel dient es zur generellen homöostatischen Unterstützung. Der Verzehr erfolgt am besten früh morgens vor dem Frühstück.